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Kilimanjaro, Rongai-Route, Tag 4: 'Frohes Neues' am Ruhetag in der Mawenzi Tarn Hut


Um 0:00 Uhr geht es los! Die tansanischen Träger drehen durch bei Silvester. 30 Minuten dauert der mir unverständliche Singsang in einer unglaublichen Lautstärke. Hätte man mal gewusst, wie wichtig Silvester in Tansania ist…

Den Artikel habe ich direkt am Ende des Tages auf dem Smartphone geschrieben. Er zeigt ungefiltert persönliche Emotionen und Wahrnehmung bei der Besteigung. Etwaige Rechtschreibfehler bitte ich zu verzeihen.

Nur schwer kann ich wieder einschlafen. Unruhig wälze ich mich hin und her. Langsam kommen die Kopfschmerzen dazu. Aufgrund meiner Erfahrung weiß ich, dass bei mir der zweite Tag in der Höhe der Schlimmere ist. Wir sind auf rund 4.300m.

Ausschlafen am Ruhetag

Der Camp-Manager weckt uns zu Neujahr - 7summits4help auf dem Kilimanjaro via Rongai-Route
Der Camp-Manager weckt uns zu Neujahr

Gut, dass heute Ruhetag in der Mawenzi Tarn Hut ist. Wir können „ausschlafen“. 8:00 Uhr gibt es Frühstück. Allerdings liegen Tjalf und ich seit gut 6:00 Uhr wach. Das Lager ist in Aufbruchstimmung. Andere Gruppen machen sich auf dem Weg zum Basislager. Wir dagegen haben Kopfschmerzen, es reicht daher nur zu einem kurzen „Frohes Neues“. Euphorie ist anders.

Fröhlich ist dagegen unser Camp-Manager. Er weckt uns heute persönlich. Sein breites Grinsen mit der Sonne im Hintergrund löst ein Lachen bei mir aus.

Entschädigt für diese Nacht werden wir durch das reichhaltige Frühstück. Gestern haben die Träger frisches Essen geliefert. Obst, French Toast, Omelett, Pancakes warten auf uns. Trotzdem fällt das Essen schwer. Der Appetit in der Höhe nimmt ab. Wir zwingen uns zu essen. Nur unsere Eidgenossen futtern gut. „Wir sind aggressive Fresser“, betont Hans-Urs lachend. Herrlich, der intelligente Hang zur Selbstironie.

Akklimatisierung am Ruhetag

Am Ruhetag ruht man nicht nur. Wir benötigen eine weitere Akklimatisierung. Julio marschiert vorneweg und wir im Gänsemarsch hinterher. Das Tempo und die Stimmung sind gut. Nach circa 90 Minuten erreichen wir eine Höhe von 4.800m. Etwas höher als unser Basislager Kibo Hut. Den Marsch erfüllen wir alle ohne große Mühen.

Irgendwann zieht Nebel auf. Es beginnt leicht zu regnen. Wir steigen wieder ab. Hier lernt unser Berg-Neuling Tjalf das erste Mal den nervigen Abstieg über ein Schotterfeld kennen.

Abstieg im Nebel - 7summits4help auf dem Kilimanjaro via Rongai-Route
Abstieg im Nebel

Gegen Mittag sind wir im Lager. Ich bin ziemlich müde und verkrieche mich im Schlafsack. Schnell fallen die Augen zu. Jasper, unser „Diener“, weckt mich. Es gibt Spaghetti und Pommes Frites mit Hühnchen. Ich bleibe bei ersteren. Das Fleisch ist echt nicht toll hier oben.

Wasserversorgung am Kibo

Am Vortag hatte ich schon geschaut, wo das Wasser herkommt. Der Bergteich ist verdreckt. Das Wasser können wir nicht trinken. Die Träger laufen mit 20-Liter-Kanistern gute 300 bis 400 Meter zu einer Quelle bergauf.

Kikelewa-Camp zur Mawenzi Tarn Hut - 7summits4help auf dem Kilimanjaro via Rongai-Route
Träger gehen zur Wasserquelle

Allerdings nicht alle. Ich sehe, wir Träger anderer Gruppen das Wasser aus Löchern am Fuße des Anstiegs schöpfen. Echt eklig. Ich bin froh zu sehen, dass unser Wasser-Manager – ja, auch diese Funktion ist extra benannt und kostet später ein höheres Trinkgeld – bis zur Quelle hoch steigt. „Hoffentlich macht er das jetzt nicht nur, weil ich zufällig dabei bin“, denke ich. Denn auch für die Einheimischen ist jeder gesparte Meter in dieser Höhe eine Wohltat.

Ein Naturschauspiel beschließt den Tag. Das Gewitter über Kenia erleuchtet den Himmel. Unter Blitz und Donner, die durch die Zeltbahn dringen, schlafen wir ein.

Impressionen von Tag 4

Klick dich durch die Galerie dieser Etappe:

Der Camp-Manager weckt uns zu NeujahrZahnpflege am RuhetagWandern am RuhetagUnser Team unterm MawenziAbstieg im NebelKikelewa-Camp zur Mawenzi Tarn HutQuelle an der Mawenzi Tarn HutDer Mawenzi im Nebel

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.

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