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Kilimanjaro, Rongai-Route, Tag 5: Der letzte Schritt vorm Gipfel


Das körperliche und geistige Rüstzeug stimmt. Nach der gestrigen Akklimatisierung sind wir zuversichtlich den Uhuru Peak zu erreichen. Nur noch wenige Stunden trennen uns vom Gipfel.

Den Artikel habe ich direkt am Ende des Tages auf dem Smartphone geschrieben. Er zeigt ungefiltert persönliche Emotionen und Wahrnehmung bei der Besteigung. Etwaige Rechtschreibfehler bitte ich zu verzeihen.

Bergführer Julio lässt uns heute früh starten. Er will mit uns um 12:00 Uhr an der Kibo Hut sein. So haben wir genügend Zeit uns auf den Gipfelanstieg vorzubereiten.

Ich putze meine Zähne und bewege mich ein paar Schritte aus dem Lager. „Herrlich, wie wunderbar diese Welt ist“, denke ich trotz der kalten Temperaturen.

Morgenrot an der Mawenzi Tarn Hut - 7summits4help auf dem Kilimanjaro via Rongai-Route
Morgenrot an der Mawenzi Tarn Hut

Ein Marsch von 9 Kilometern mit rund 400 Höhenmetern wartet auf uns. Die Steigung ist kaum merklich. Abmarsch ist um 7:30 Uhr.

Hinter einer Hügelkuppe erhebt sich der über Nacht eingeschneite Kilimanjaro. Ein tolles und auch nicht so häufiges Bild. Selbst die Träger machen Bilder.

Die Rongai-Route ist bekannt flach. Unser Weg zieht sich über eine Hochebene hin zur Kibo Hut. Unserem Basislager auf 4.720m. Von hier aus starten wir in wenigen Stunden zum Uhuru Peak. Die Strecke geht über eine langgezogene Freifläche. Wir können die Kibo Hut schon am Fuße des Massivs erahnen. Je näher wir kommen, desto genauer zeichnet sich der Wegabschnitt zum Gilmans Point ab.

Bergführer Julio erklärt mir die Strecke:

Da es langweilig auf der Hochebene wird, gebe ich wieder etwas Gas. Ich komme früh an. Da die Träger auch noch nicht da sind und die die Zeit zum Mittagessen weit ist, nutze ich die Zeit für einen Akklimatisierungs-Spaziergang Richtung Gillmans Point. Ich wandere den Abschnitt der sehr flach beginnt und dann etwas steiler wird bis rund 5.000m hoch.

Mir kommen müde und wankende Gestalten entgegen. So wird unser Team morgen auch aussehen. Nach dem Gipfel ist die Motivation weg und man muss sich beim Abstieg sehr konzentrieren. Ich unterhalte mich mit ein paar der Bergsteiger. Alle sind noch überwältigt von ihrem Glück. Ich bin gespannt, wie es mir morgen ergeht. „Ob ich auch so glücklich sein werde?“, denke ich.

Es wird Zeit umzukehren. Das Mittagessen wartet hoffentlich. Ich steige wieder ab. Und es passt genau. „Lunch is ready!“, ruft unser Butler Jasper. Wir essen und reden die ganze Zeit dabei. Noch ist der Humor da. Alles dreht sich um die Gipfelnacht.

Wir bitten Julio, uns schon jetzt den Plan zu erklären: Regina macht mit dem Bergführer Michael und einem Träger den Anfang. Um 1:00 Uhr folgen dann Tjalf, Nicole, Hans Urs und Gwen-Jana mit Julio und einem weiteren Träger. Den Schluss bilde ich mit Innocent um 2:00 Uhr. Das Ziel ist es, gemeinsam oben anzukommen. Das eigene Tempo zu gehen ist wichtig. So spart jedes Team-Mitglied Kraft. „Die Gleichmacherei bringt keinen Menschen weiter“, denke ich beim Blick auf meine Heimat.

Nach diesen ersten Instruktionen geht es in den Schlafsack. Wir sammeln Kraft für die Nacht. Dazu dösen wir bis zum Nachmittags-Kaffee und danach bis zum Abendessen. Bei letzterem sind wir schon ziemlich still. Jeder isst konzentriert und ruhig.

Um 19:00 Uhr liegen wir wieder im Schlafsack.

„Tutaonana baadaye – Bis später!“

Impressionen von Tag 5

Klick dich durch die Galerie dieser Etappe:

Morgenrot an der Mawenzi Tarn HutWerder-Morgen-Kaffee mit Tjalf und NicoleDer Weg von der Mawenzi Tarn Hut zum Basislager Kibo HutFrüh an der Kibo Hut angekommenLeichter Schnee im BasislagerAbendessen vor der Gipfelnacht

< Zu Tag 4 auf dem Weg zum Kilimanjaro
> Zu Tag 6 auf dem Weg zum Kilimanjaro

 

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.

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