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Nachgeschaut: Bei den German Doctors im Mathare Valley Nairobi|


Gemächlich fahren wir die Straße herunter. Lachende Kinder und freundliche Menschen umringen unser Auto. Wir sind im Mathare Valley in Nairobi angekommen. Eines der größten Slums in der kenianischen Hauptstadt. Und Einsatzgebiet der German Doctors.

Den Artikel habe ich direkt am Ende des Tages auf dem Smartphone geschrieben. Er zeigt ungefiltert persönliche Emotionen und Wahrnehmung bei der Reise. Etwaige Rechtschreibfehler bitte ich zu verzeihen.

Um 9 Uhr holt uns der Fahrer Tom ab. Er hilft auch den Ärzten in den Einsätzen, unterstützt bei täglichen Aufgaben und übernimmt bei Bedarf den Pendelservice. So können sich die Ärzte in ihren gut sechswöchigen Aufenthalten auf die medizinische Hilfe konzentrieren und benötigen nicht allzulange für das ‚Ankommen‘. Tom ist ein freundlicher Mann, der überraschend „europäisch“ fährt.

Tief ins Mathare Valley

Von unserem Hotel in den Westlands geht es auf frisch ausgebauten vierspurigen Straßen nach Osten. Tom fährt einen kleinen Umweg, um uns die Stadt zu zeigen. Wir schauen gelegentlich weit aufs Land heraus. Dann biegen wir ab in ein Tal. Die Straßen werden eng und voll. Viele Menschen sind an diesem Samstag auf der Straße. Stände mit unterschiedlichen Waren säumen den Weg. Wir ruckeln langsam tiefer ins Tal.

Das ist das Mathare Valley. Ein Slum mit rund 450.000 Einwohnern.

Tom grüßt ab und an einen der Passanten. Offensichtlich kennen sie den Fahrer der German Doctors. Über die Jahre ist das Vertrauen gewachsen. Wir fühlen uns sehr sicher.

Anfahrt im Slum - German Doctors im Mathare Valley Nairobi - 7summits4help
Anfahrt im Slum

Überraschenderweise sehe ich viele Smartphones. Teilweise tragen die Männer und Frauen zwei Smartphones, für jedes der Hauptnetze eins. Wie mir George, der Geschäftsführer der Ambulanz später erklären wird, gibt es mehr Handys als Liter sauberes Trinkwasser pro Einwohner pro Tag im Mathare Valley. Aber was unterscheidet das von uns? Auch in Zentraleuropa nimmt die mobile Kommunikation einen großen Stellenwert ein.

Vielfalt bei den German Doctors

Gegen 11:00 Uhr kommen wir in der German Doctors-Ambulanz an. Heute ist Samstag und daher kein Betrieb. So haben wir Ruhe und Zeit für ein Gespräch und einen Rundgang mit dem Geschäftsführer George Audi. Der Kenianer hat in Nairobi BWL und Marketing studiert und ist seit ein paar Jahren bei den German Doctors. Er erzählt aus der Geschichte und der aktuellen Situation des Projektes. Seit gut 20 Jahren unterstützen die German Doctors die Menschen im Valley. Verschiedene Bereiche zählen dazu. Insbesondere die Versorgung von HIV-Patienten und die ambulante Versorgung stehen im Mittelpunkt. Die sechs Ärzte vor Ort haben rund 65.000 Patientenkontakte pro Jahr. Ein riesiges Pensum.

Persönlich schätze ich aber noch mehr die weiteren Projekte: Da es mir darum geht, dass Menschen nicht nur geholfen, sondern eine Basis für die Eigenständigkeit der Menschen gelegt wird, freue ich mich über das Ernährungsprogramm. In riesigen Töpfen bereiten Köchinnen Reis und Bohnen vor. In der Woche ist das das Essen für die rund 400 Schülerinnen und Schüler der nebenan gelegenen Grundschule. Am Wochenende dann für 600 Menschen mit Bezugskarte aus dem Einzugsgebiet. Davon profitiert insbesondere die Bildung der Kinder: Diese essen in der Woche gemeinsam mit den Lehrern in der Schule. So bringen sie das Essen nicht nachhause, bleiben kräftig und konzentriert und können Wissen erlangen. „Ernährung und Essen, eine tolle Kombination“, denke ich. Bildung ist einer der Schlüssel für die Entwicklung einer Bürgergesellschaft. Das Ernährungsprogramm vermittelt ebenfalls Wissen an Schwangere und Mütter. Auf diese Weise verhindern die German Doctors früh Krankheiten durch falsche und Mangelernährung.

Freundlichkeit und Disziplin

Bei unserem Rundgang fällt mir inbesondere die ruhige Freundlichkeit der erwachsenen Bewohner des Slums auf. Die Kinder sind dagegen aufgedreht und umringen uns, ohne fordernd zu sein. Das Lachen steckt an und wir blödeln rum.

Kurz vor der Essensausgabe wird es ernst. Jedes der Kinder hat einen Bezugsschein der German Doctors und steht brav in Schlange an. Die Küchenchefin ruft die Kinder einzeln auf und kontrolliert die gelben Karten. Es sind fünf Portionen je Familie.

Kinder warten mit der Essenskarte an der Ausgabe der German Doctors im Mathare Valley - 7summits4help
Kinder warten mit der Essenskarte an der Ausgabe

Ein kurzes Gebet steht an. Konzentriert preist die Gruppe den Herrn. Dann geht es diszipliniert zu den riesigen Töpfen mit Reis und Bohnen. Mir läuft bei dem Essensduft das Wasser im Mund zusamnen: „Reichlich und lecker!“

Unsere Ärztinnen aus dem Team interessieren sich im Anschluss für das Material und die Medikamente in der Ambulanz. Mit kritischem Blick prüfen Gwen und Nicole die Einrichtung. Dabei zeigt sich, dass die mediznische Versorgung hoch professionell ist und den Standards genügt. Die Ausgabestelle für die Medikamente arbeitet sehr effizient. „Hier wird nichts verschwendet“, freue ich mich.

Gwen Jana und Nicole prüfen die Ausstattung der German Doctors im Mathare Valley - 7summits4help
Die Ärztinnen Gwen Jana und Nicole prüfen die Ausstattung

Für Tjalf steht ein Highlight an: Wir besuchen ein Fussball-Turnier. Jungen- und Mädchen-Teams treten auf einem Ascheplatz gegeneinander an. Die technischen Fertigkeiten sind gut. Vielelicht findet der SV Werder Bremen ein neues Talent. Club-Botschafter Tjalf will den Kontakt jedenfalls halten.

Nach vielen Nachfragen bei George und der Übergabe kleiner Geschenke von Werder Bremen geht unser Besuch zuende. Was bleibt, sind viele Impressionen und die Bestätigung, dass jede Spende für 7summits4help wichtig und richtig ist. Danke an alle Unterstützerinnen und Unterstützer.

Die Galerie unseres Besuchs im Mathare Valley

Anfahrt im SlumGlückliche KinderKind trägt WasserIch im Mathare Valley NairobiKinder im Mathare ValleyAllgemeine Hinweise in der AmbulanzGerman Doctors-Manager George AudiHIV-Medikamente anschaulich erklärtDie Ärztinnen Gwen Jana und Nicole prüfen die AusstattungTjalf mit dem RettungskrankenwagenKinder warten mit der Essenskarte an der AusgabeEin kleiner TopfHinweise zur Ernährung von KindernTjalf übergibt Spenden von Werder Bremen an George Audi

 

 

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.

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