Summits

Unerwartet! Schnee im Basislager.


So schnell ändert sich der Plan! Nach einer weiteren schlechten Nacht ziehe ich die Vorhänge auf und ich schaue ungläubig. Es schneit. Für diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich und nicht geplant.

Damit ist der für heute geplante Umzug ins vorgeschobene Basislager obsolet.

Akklimatisierung im High Camp

Jost und ich entscheiden, dass wir dafür ins High Camp auf dem Annapurna-Trail wandern, dabei akklimatisieren und von oben versuchen, den Weg zu unserem Gipfel näher zu betrachten. Allein, die Sicht macht uns einen Strich durch die Rechnung. Die Wolken hängen tief und es schneit unentwegt.

Nico und Jost bei der Akklimatisierung
Nico und Jost bei der Akklimatisierung

So sitzen wir im High Camp auf rund 4.850m bei heißem Tee und warten. Meine Kopfschmerzen nehmen zu. Ein typischer Nebeneffekt der Höhe. Wir gehen trotzdem noch auf 5.000m, um einen Reiz zu setzen.

Der Schnee macht den Trail zu einer Herausforderung. Jetzt merke ich die Höhe richtig. Trotz der gestrigen gemessenen Sauerstoffsättigung, bin ich unfit.

Nico Scheidtweiler im Thorong Pedi High Camp
Nico im Thorong Pedi High Camp

Müde wanke ich in die unser Basislager, das Base Camp, zurück. Jost war dagegen schon vor Tagen in der Höhe und wandert gut gelaunt neben mir her. Er sprudelt vor Ideen, aber ich beteilige mich kaum. Uns kommen Radfahrer entgegen. Das heißt, sie tragen ihr Rad. An Fahren ist nicht zu denken. Aber auch die Abfahrt wird nichts. Ich bemitleide die Jungs etwas.

Anzeichen von Höhenkrankheit

Dann meldet sich mein Magen, mir ist kotzübel. Eine weitere Steigerung der Höhenkrankheit. In der Lodge bestellen wir noch gebratenen Reis. Aber als der auf dem Tisch steht, ist es vorbei.

Das Video zeigt meine Verfassung:

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Ich muss weg und kuschle mich erschöpft, frierend, mit Kopfschmerzen und einer tiefen Übelkeit in den Schlafsack. So eine Expedition hat echt keine schönen Nebenwirkungen.

Der Profi-Tipp von Jost, zu hyperventilieren, um den Sauerstoffgehalt im Blut zu erhöhen und die Effekte zu bekämpfen, funktioniert. Nach zwei Stunden tiefem Schlaf wache ich auf und fühle mich blendend.

Meine Sauerstoffsättigung liegt jetzt zwischen 81 und 90 Prozent. Sehr gut.

Mit großem Hunger speise ich am Kamin mit einer Gruppe kiffender Nepali. Lustig, wie sich alle an die eine Wärmequelle drängen. So muss es vor Erfindung der Zentralheizung auch in Europa gewesen sein.

Es geht früh ins Bett, morgen wollen wir endlich los. Sorgen macht uns nur unser Bergfluss, den wir vier Mal überqueren müssen. Sollte der Schnee schmelzen, steigt das Risiko.

Aber auch das ist Teil der Suche im Labyrinth.

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