Summits

Jetzt geht es zum Gipfel


Nach zwei Tagen im Basislager, gut gefüllten Energiespeichern und bester Laune steigen wir zum dritten Mal hinab in unsere Klamm.

Vorher genießen wir ein reichhaltiges Frühstück bei bestem Wetter. Mit Niederschlag ist in den nächsten Tagen nicht zu rechnen. 

Dann geht es los. Und zwar direkt zum Lager 2, da wie jetzt unseren Weg kennen und die Zeit und unsere Kraft besser einteilen können. Es sind 900 Höhenmeter, die wir heute machen. Aber mit der jetzt bestehen Akklimatisierung ist das kein Problem.

Zuversicht

Ein letztes Foto und wir verlassen zuversichtlich unser Thorong Pedi Basislager: 

Jetzt geht es los zum Versuch am Purbung
Jetzt geht es los zum Versuch am Purbung

Wir springen motiviert über unsere bei den letzten Begehungen angelegten Steinbrücken. Es ist alles so einfach. Viel besser als der wackelige Abstieg nach der ersten Erkundung. 

So müssen sich Pioniere fühlen. Es ist einen Suchen und Finden des richtigen Weges. Jedes Mal gewinnt man an Sicherheit und Zuversicht, auf dem richtigen Weg zu sein und dass das Ziel erreichbar ist.

Nicolas Scheidtweiler geht durch die Klamm zum Purbung
Es geht durch die Klamm zum Purbung

Schnell sind wir durch und es geht durch Schutt und Geröll aufwärts zu Lager 1.

Anup hat Spaß

Anup ist heute dabei. Er trägt ein paar Ausrüstungsgegenstände und etwas Essen. Da ihm im Basislager etwas langweilig wurde, genießt er es, mit uns unterwegs zu sein. Man merkt ihm den Spaß an, dass er mit uns unterwegs sein darf.

Anup bewegt sich behände durch Geröll und Schutt. Elegant baut er Steinmännchen zur Wegemarkierung. Bei mir würden diese nie so stehen bleiben.

Anup vor der Felswand zum Lager 2
Anup vor der Felswand zum Lager 2

Nach einer kurzen Pause unterhalb der kompakten Wand klettern wir leicht durch das Gelände. Bald sind wir schon in Lager 1.

Etwas Schnee liegt noch, auch wenn das ausgezeichnete Wetter für die Schmelze sorgt. Jost geht schonmal 100 Höhenmeter weiter, um dort in die Expeditionsstiefel zu schlüpfen.

Ich komme mit Anup entspannt noch. Meine Expeditionsstiefel sind oben ebenfalls hinterlegt. Mit diesen kann ich nämlich nicht durchs Geröll gehen, weil sonst die Sohle zerstört wird.

Hatscher zu Lager 2

Oben geht es dann im Schnee weiter zum Lager 2 auf rund 5.400m. Wir gewinnen zwar nur wenige Höhenmeter, aber es ist ein ganz schöner unangenehmer Hatscher, der hoch und runter geht.

Jost trägt heute ein paar Stöckchen und Äste mit sich. Diese benötigen wir, um unser Zelt in Lager 3 zu befestigen. Sie wurden von Anup ist der kargen Landschaft mühsam zusammengeklaubt.

Bei der Erkundung haben wir festgestellt, dass der Wind, der über das Joch kommt, heftig auf das Zelt trifft. Wir müssen das Zelt befestigen und Heringe funktionieren im Schnee nicht so gut.

Anup macht ab und an Quatsch. Zwischendurch liegt er als Schneeengel auf unserem Weg.

Jost Kobusch mit Stöcken für das Zelt
Jost Kobusch mit Stöcken für das Zelt

Da wir den Weg zu Lager 2 inzwischen sehr gut kennen, kommen wir schnell voran. Aber da wir Zeit haben, lasse ich den Blick immer wieder über die Gipfel des Himalayas schweifen.

Und schon sehen wir den Gletscherabbruch, über den wir zum Lager 3 müssen. Links davon ist unser Lager 2. Dort haben wir ein Depot eingerichtet.

Der Gletscherabbruch zum Lager 3
Der Gletscherabbruch zum Lager 3

Wir freuen uns, das das Essen immer noch unberührt unter den Steinen verborgen liegt. Denn in Lager 1 haben Tiere bereits an unseren Essenssachen rumgeknabbert.

Anup verabschiedet sich jetzt. Wir bauen unser Zelt auf und genießen den Sonnenuntergang bei einer warmen Mahlzeit. Die Stimmung ist gut und wir freuen uns darauf, nur noch 2 Tage für unser großes Ziel zu leiden.

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