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Eine Erstbesteigung im Himalaya: Im Bus nach Besisahar


Heute geht es los Richtung Manang. Das liegt auf dem Annapurna-Trail und ist unsere letzte zivilisierte Station vor unserem Ziel, dem unbestiegenen Gipfel.

Der Start ist an einer etwas wilden Busstation in Kathmandu. Ein Gewimmel, Kleinbusse, die in alle möglichen Richtungen fahren, Fahrer, die nach Gästen rufen und Händler, die ihre Waren feilbieten.

Eine Erstbesteigung im Himalaya - Im Bus von Kathmandu nach Besisahar

Anup begleitet mich. Er ist unser Sherpa, allerdings wird seine Hauptaufgabe darin bestehen, die rechtlichen Fragen mit Polizei und Verwaltung zu klären. Jost und ich werden die Besteigung ohne ihn machen.

Erfahrener Sherpa

Zwei mal war er in diesem Jahr innerhalb von 14 Tagen auf dem Everest. Man sieht es ihm verblüffenderweise nicht an. Ich traue mich nicht nach seiner Fitness zu fragen. Aber es kommt auf einer Expedition eben auch auf andere Dinge an.

Anup ist freundlich, hilfsbereit, pünktlich und besitzt das positive Mindset.

Ich frage ihn viel aus. Lustige Stories mit seinen Klienten, die teilweise noch nie Steigeisen getragen haben. Oder Touristen, die von drei Sherpas hochgetragen werden. Aber auch nach Dramen. Bisher hat er noch keine erlebt, außer dass vor ein paar Jahren mal zwei unter dem Gipfel ins Fixseil gestürzt sind und dort wohl noch immer hängen.

Erste Etappe im Bus nach Besisahar

Unsere Anreise ist mir trotz mehrfacher Verständnisfragen noch nicht ganz klar. Ich finde mich um 8 Uhr jedenfalls in einem lokalen Kleinbus wieder, in dem wir jetzt sieben Stunden fahren werden. Danach übernachten wir in einem Teehaus. Der Plan ist wohl, dass wir danach noch ein Fahrzeug nehmen, das uns weiterfährt. Solange wie es geht. Und dann wandern wir zwei Tage.

Gegen 14 Uhr erreichen wir Besisahar. Eine mittelgroße Stadt mit rund 40.000 Einwohnern. Hier verlassen uns die meisten Mitpassagiere auf dem Weg und wir kommen am Gästehaus an. Zum Schluss waren wir im Kleinbus gut gestapelt. Es war ein Kommen und Gehen.

Atmosphäre in Besisahar

Nach der Ankunft lade ich Anup in ein Café. Dort gibt es Schwarzwälder Kirsch. Meine Lieblingstorte. Trotz des Risikos der Sahne schlagen wir zu. Etwas spezieller Geschmack, aber erkennbar.

Eine Erstbesteigung im Himalaya - Schwarzwälder Kirsch in Besisahar

So kann ich nach West-Papua und Chile einen weiteren ungewöhnlichen Ort für diese Welt-Torte hinzufügen. Der von mir initiierte Verdauungsspaziergang führt uns auf einen schönen Trail am Stadtrand.

Schülerinnen und Schüler in ihren Uniformen grüßen mich staunend. Lange sind keine westlichen Touristen nach Besisahar angehalten. Viele bleiben wegen der Pandemie aus und anscheinend gibt es nun Flugverbindungen nach Manang.

Allerdings verpasst man dann einiges an Abenteuer.

Mir geht es damit sehr gut. Ich genieße es, nach ein paar Jahren mal wieder in eine fremde Kultur einzutauchen. Dabei wächst meine Vorfreude und Zuversicht, den Gipfel zu erreichen.

 

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.

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