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|Carstensz-Expedition: Es geht los nach Papua


Es ist 1:55 Uhr in Bali. Das Flugzeug hebt ab. Die Passagiere sind wirklich „domestic“. Nur wir Sieben ragen aufgrund unserer Größe und Hautfarbe heraus. Unser Ziel Timika in Papua ist damit als wirklich exotisch zu betrachten.

Den Artikel habe ich direkt am Ende des Tages auf dem Smartphone geschrieben. Er zeigt ungefiltert persönliche Emotionen und Wahrnehmung bei der Besteigung. Etwaige Rechtschreibfehler sind zu verzeihen.

Nach einer mal wieder erschöpfenden Nacht, landen wir um 7:00 Uhr in Timika. Der Küstenort ist Verwaltungssitz für die Region Mimika und Teil der indonesischen Provinz Papua. Mit seinen 100.000 Einwohnern ist die Stadt recht groß, aber infrastrukturell noch nicht weit entwickelt.

Der Flug von Denpasar nach Timika dauert gute 3,5 Stunden und kostet nochmal eine Stunde Zeitverschiebung für uns Mitteleuropäer. Sieben Stunden sind es von Berlin. Das Catering auf dem Flug mit der Airline Garuda Indonesia war gewöhnungsbedürftig. Oder wie es mein Zimmer- und Zeltpartner Keith aus North Carolina es ausdrückt: „This piece of cake was awful. But not as awful as the coffee.“

In Timika erwartet uns Regen. Viel Regen. Aber ein warmer Regen. So kommen die Regenschirme das erste Mal zur Geltung. Am Flughafen lernen wir   unseren Expeditionsleiter Dr. Werner Weiglein kennen. empfängt uns mit einem Kleinbus. Wenig vertrauenerweckend, aber er fährt uns sicher zum Hotel. Werner ist ein seriös wirkender, vertrauenerweckender Mann, der die ganze Organisation im Griff hat. Heute soll nämlich noch einiges passieren.

Erstes Frühstück in Timika mit Werner Weiglein
Erstes Frühstück in Timika mit Werner Weiglein

Besorgungen in Timika

Ich bin inzwischen froh, dass ich der erste Anreisende unseres Teams war. So bin ich deutlich relaxter als die anderen, die zum Teil noch mit ihren Jetlags kämpfen. Wir gehen ersteinmal gemeinsam frühstücken. Es gibt Reis, Nudeln, Toastbrot und Marmelade. Das ist die Einstimmung auf das, was mich die nächsten 14 Tage begleiten soll.

Unser Hotelzimmer ist abgenutzt. Das Bad bricht fast auseinander. Wir sollen das Leitungswasser nicht trinken, daher versuche ich in an der Straße Flaschen zu kaufen. Ich verbinde meine Suche nach Trinkwasser mit einem Gang in die Stadt. Dort gibt es wenig zu sehen. Die Straßen sind kaputt und schmutzig. Es gibt überhaupt keine Touristen in dieser Stadt. Es ist mehr als exotisch. Ab und an starren mich Kinder an. Ich glaube, in dieser Stadt leben vor allem Menschen, die im Bergbau tätig sind.

Was könnte ich noch machen, wenn ich an so einem exotischen Ort bin? Natürlich eine Postkarte absenden. Heute ist noch Zeit. Touristik-Shops gibt es hier nicht. Aber vielleicht hat die Post etwas zu bieten. Wir schnappen uns die Moped-Taxis und lassen uns durch die Stadt fahren. Etwas gruselig am Anfang, aber dann fasse ich Vertrauen. Die Jungs machen das den ganzen Tag. Die Fahrt kostet 5.000 Rupien. Das sind etwa 30 Cent.

Siehe an, die Post hat Postkarten. Merkwürdig, mit einem Golfplatz. In Timika? Ich wähle die Kathedrale. Mehr Auswahl gibt es nicht. Schnell ausgefüllt und wieder zurück. Denn jetzt geht es weiter für die Expedition.

Nico Scheidtweiler beim Ausflug zur Post in Timika - Carstensz-Expedition - Es geht los in Papua
Beim Ausflug zur Post

Essentiell: Permits

Ein erster wichtiger Termin ist es um 14:00 Uhr die Permits an der Behörde abzuholen. Ohne die geht es nicht ins Flugzeug nach Illaga. Wir müssen warten und werden einzeln aufgerufen. Dann unterschreiben wir irgendein Schriftstück und werden fotografiert. Nach gut einer Stunde sind wir durch. Jetzt kann es losgehen. Vorab müssen wir noch unsere Ausrüstung sortieren.

Empfang der Permits für Illaga - Carstensz-Expedition - Es geht los in Papua
Empfang der Permits

Der zweite Termin des Tages: 18:00 Uhr geben wir das Gepäck für das Basislager ab. Darin findet sich unsere Bergausrüstung und ein paar wärmere Sachen. Das Gepäck wird mit dem Helikopter zur Carstensz-Weide geflogen. Dort schlagen wir in sechs Tagen unsere Zelt auf.

Zur Bergausrüstung gehört der Klettergurt, Helm, zwei Bandschlingen, zwei Schraubkarabiner, eine Steigklemme und ein Abseilachten (den ich aber nicht habe, stattdessen werde ich mit dem Halbmastwurf abseilen).

Parallel packen wir unser Wandergepäck. Rund 10 Kilogramm werden es werden. Dabei habe ich Schlafsack, Isomatte, Waschzeug, Solarpanel, Powerbank und ein paar Wechselklamotten. Das muss reichen.

Check der Ausrüstung -Carstensz-Expedition - Es geht los in Papua
Check der Ausrüstung

Keine gute Nacht

Zum Ende des Tages werde ich doch etwas unruhig. Fragen gehen mir durch den Kopf: Was erwartet uns auf dem Weg zur Carstensz-Pyramide? Habe ich alles dabei? Ist alles in den richtigen Taschen? Wann kommen wir morgen überhaupt los?

Mit etwas wirren Gedanken falle ich trotzdem in einen sehr tiefen Schlaf.

Dann aber das: Keith hält es für wichtig, nochmal mit seiner Tochter zu telefonieren, die in North Carolina gerade in die Schule fährt. Dazu hat er das Telefon auf laut gestellt. Ich fahre vor Schreck aus dem Schlaf hoch und kann nicht mehr einschlafen.

Mir ist unerklärlich, warum man so handelt. Unhöflichkeit? Unachtsamkeit? Oder einfach ein völlig Unverständnis gegenüber der wunderbaren Situation der Abgeschiedenheit und Fokussierung? Keith plant seinen Lautsprecher mit in die Lager zu nehmen. Das wäre sein „Luxus“. Ich bin wütend. Was ein Bullshit! Wir sind hier auf einer Expedition und nicht auf Kaffeefahrt.

Mal schauen, wie es wird.

 

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.

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