Kilimanjaro, Rongai-Route, Prolog: Anreise und Safari


Ewig dauert heute die Beantragung des Visums nach der Landung am Kilimanjaro International Airport am 27. Dezember 2017 gegen 4:30 Uhr. Vor drei Jahren sind wir zu dritt durch die Grenzkontrollen gegangen.

Den Artikel schreibe ich direkt am Ende des Tages. Er zeigt meine individuellen und subjektiven Erfahrungen. Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen. 

Diesmal ist der Flughafen voll. Es liegt wohl am Tag der Einreise. 2014 war es der 18. Dezember vor Weihnachten. Dieses Mal der Tag nach Weihnachten. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich nochmal nach Tansania reise, beantrage ich das Visum vorab.

Visum am Kilimanjaro Airport

Nach Foto und Scan der Fingerabdrücke verlassen wir den Mini-Flughafen. Unser Fahrer der Agentur wartet auf uns. Müde steigen wir zu dritt ein: Gwen-Jana, eine Ärztin aus Freiburg, und Tjalf, der Werder-Botschafter und mein Begleiter seit Bremen. Wir sind die drei Nachzügler. Regina, Nicole und Hans sind schon vorgereist.

Ehrfurcht vorm Kilimanjaro

Wir sehen heute erstmalig das Ziel unsrer Reise. Der Kilimanjaro hebt sich in der Morgensonne vom Hintergrund ab. Seine Kuppe zeigt mehr Schnee als bei meinem letzten Besuch. Gwen-Jana und Tjalf schauen ehrfürchtig auf die riesige Erscheinung. Ich freue mich auf den Gipfelanstieg schon jetzt, bin aber ebenso von der Höhe beeindruckt.

Früh kommen wir am 27. im Hotel Panama Garden an. Zu früh. Nichts ist vorbereitet. Wir warten 6 Stunden am Pool auf unsere Zimmer. In der Zeit bin ich dann schon einmal in die Stadt Moshi getrabt. Rund 3 Kilometer entlang der gut befahrenen Straße und zurück. Ich will eine Sim-Karte organisieren. Keine Shop hat eine. Am Nachmittag gehen Gwen und ich nochmal in die Stadt. Diesmal treffen wir Regina. Sie zeigt uns den Tigo-Shop. Das ist der beste Anbieter, um auf dem Kili senden zu können.

Rongai wird schön

Nach zwei erschöpfenden Märschen auf der staubigen Straße, lernen wir uns endlich alle kennen. Abel, Manager bei Ahsante, und Julio, Bergführer, geben uns sie Hinweise und den Zeitplan zur Rongai-Route. Ich freue mich überschwänglich, Julio wiederzusehen, auch ihm merke ich die Freude an. Wir sind Rafikis seit unserer letzten Tour.

Kilimanjaro-Bergführer Julio Ludago und Nicolas Scheidtweiler

 

Die Rongai-Route ist sehr schön und entspannt. Sie bietet kaum Herausforderungen. Die nächsten sieben Tage sollen wir genießen, erklärt Abel. Das Ahsante-Team wird sich um alles kümmern. 15 bis 20 Menschen (!) unterstützen uns.

Viele Fragen gibt es für Julio. Er antwortet wissend und geduldig. Es geht um Malaria-Prophylaxe, das Gehtempo, Diamox, die Akklimatisierung, Wasser, Essen. Einige Antworten will ich hier im Blog weitergeben. Eigentlich geht es um alles. Nachdem der Wissensdurst gestillt ist, checkt Julio bei jedem Teilnehmer die Ausrüstung. Es ist weniger als auf dem Aconcagua. Darf aber nicht zu wenig sein. Einige müssen zusätzliche Ausrüstung leihen. Jetzt sind wir materiell gerüstet. Es gibt noch ein Bier und dann falle ich übernächtigt in einen tiefen traumlosen Schlaf.

Relaxen im Arusha Nationalpark

Den 28. nutzen wir als weiteren Tag der Anpassung. Fünf von uns entscheiden sich für eine Safari (übrigens aus dem Arabischen für „Reise“) in den Arusha Nationalpark. Nicht weit entfernt von uns, aber attraktiv.

Für mich selbst ist der Ausflug weniger erstrebenswert als eine körperliche Anstrengung. Aber als frische Teamkameraden lernen wir uns so kennen und können uns beschnuppern. Und nicht zuletzt unterstützen wir mit unseren Parkgebühren die Reservate für die Arten.

Affenmutter im Arusha Nationalpark Kilimanjaro

Das Schaukeln des Geländewagens schläfert mich wiederholt in der Sonne auch wegen des kleinen Jetlags ein. Ich träume wild. Irgendwie eine Mischung aus Kilimanjaro, meinen Plänen für 2018 und der Carstensz-Pyramide. Mein nächster Summit. Das zeigt, dass ich den höchsten Berg Afrikas unterbewusst schon abgehakt habe. Das sollte aber nicht der Fall sein. Der Kibo ist noch immer 5.895m hoch und damit eine Herausforderung. Diese ist nicht zu unterschätzen.

Wiederholung am Kilimanjaro

Was bedeutet die zweite Reise zum Kilimanjaro für mich? Das frage ich mich, während ich diesen Artikel schreibe. Ich fühle mich souveräner und zuversichtlicher. Viele der kleinen Dinge: Orte, Wege, Zeiten, Menschen, Ausrüstung kenne ich schon. Sie verursachen keine Nervosität. Ich kann mich ganz auf das Vorhaben konzentrieren. Ähnlich geht es vermutlich den großen Bergsteigern wie Reinhold Messner und andere, die mehrfach einen Summit bestiegen haben. Würde ich zum zweiten Mal den Mount Everest besteigen, wäre es viel einfacher.

Morgen, 29.12., starten wir um 8 Uhr zum Kibo. „Der Helle“ wartet auf uns am Ende der Rongai-Route.

 

< Der Weg zum Kilimanjaro

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.
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