4.884 Meter, Maokegebirge, Indonesien

Der Puncak Jaya (Carstensz-Pyramide)

Der Puncak Jaya (Carstensz-Pyramide)
Das Erscheinungsbild der Carstensz-Pyramide ist für einen hohen Berg zunächst untypisch. Von weitem wirkt sie wie eine Wand, die steil und geschliffen aus der Erde emporragt. Kommt man ihr näher wird sie zu einem klettertechnisch anspruchsvollen Riesen, dessen Status umstritten ist. Gehört sie zu den Seven Summits oder nicht?

Geographische Daten der Carstensz-Pyramide

Mit einer Höhe von 4884 Metern ist die Carstensz-Pyramide oder Puncak Jaya, wie sie im Indonesischen genannt wird, nicht nur die höchste Erhebung auf einer Insel, sondern auch der höchste Berg Ozeaniens. Doch ihre Zugehörigkeit zum ozeanischen Kontinent kann politisch angefochten werden. De jure zählt der Berg auf der Insel Neuguinea zum indonesischen Staatsgebiet und damit zum Kontinent Asien. Da aber in der Bewertung eines Berges im Klettersport die geologische Lage wichtiger ist als die politische, wird die Carstensz-Pyramide aufgrund ihrer Platzierung auf der Australischen Platte weitgehend als Mitglied der Seven Summits, der höchsten Berge der sieben Kontinente, anerkannt.

Der Berg erhebt sich aus dem Maokegebirge oder Sudirman Range im westlichen Teil der Insel Neuguinea. In der direkten Nachbarschaft des Berges befindet sich mit der Grasberg-Mine die größte Goldmine der Welt.

Klima und Vegetation

Die Temperatur im Westen Guineas ist mit 25 Grad Celsius im Durchschnitt eher moderat. Charakteristisch für diese Region sind jedoch die starken und häufigen Regenfälle, durch die zwischen 2500 und 4000 mm Niederschlag pro Jahr auf die Landschaft prasseln. Wie es für tropische Gebiete üblich ist, ist das Klima zumeist schwül und weist eine hohe Luftfeuchtigkeit auf.

Der Fuß der Carstensz-Pyramide ist mit dichtem Dschungel bedeckt. Tropische Pflanzen und Tierarten sind vorherrschend. Laut zum Teil widersprüchlicher Informationen liegt der Anteil endemischer Flora am Gesamtbestand bei 60 – 90 Prozent. Je weiter man in die höheren Ebenen vordringt, desto kühler wird auch die Temperatur. Auf den abgelegeneren Plateaus ist eine starke Nebelbildung üblich. Es findet sich kaum ein Tag, an dem nicht dicke Wolken die Sicht behindern.

Die Expeditionsgeschichte

Der Name der Carstensz-Pyramide lässt sich auf einen frühneuzeitlichen Entdecker aus den Niederlanden zurückführen. Die Aufzeichnungen des Seefahrers Jan Carstensz sind die ersten schriftlichen Dokumente über die Existenz des Puncak Jaya. Seine Ausführungen über die schneebedeckte Kuppe wurden aufgrund der Nähe zum Äquator jahrhundertelang belächelt.

Im Jahre 1936, mehr als dreihundert Jahre nach den schriftlichen Zeugnissen von Jan Carstensz, machte sich eine Expedition, die sich nach dem niederländischen Entdecker benannt hatte, auf den Weg, um die Carstensz-Pyramide zu erklimmen. Aufgrund schlechter Wetterverhältnisse war es den drei teilnehmenden Bergsteigern jedoch nicht vergönnt, die Spitze zu erreichen.

Die Erstbesteigung der Carstensz-Pyramide

Erfolgreicher verlief dagegen eine Expedition im Jahre 1962. Unter der Führung eines Österreichers gelang einem Australier, einem Neuseeländer und einem Niederländer der Aufstieg auf den höchsten Gipfel. Kurz darauf wurde die Provinz im Westen Neuguineas von Indonesien beansprucht und erobert. Die neuen Machthaber stellten der Besteigung des Puncak Jaya große bürokratische Hürden voran. Deshalb ist es bis heute schwierig, eine Genehmigung für die Besteigung des Berges zu erhalten. Die juristischen und bürokratischen Voraussetzungen sind einem häufigen Wandel unterworfen und ändern sich ständig.

Bergsteigen am unüblichsten der Seven Summits

Mit einer Schwierigkeit von V wird die Carstensz-Pyramide als einer der am schwersten zu bezwingenden Berge der Welt gelistet. Damit steht sie noch vor dem Denali und dem Mount Everest. Allerdings gehen weder die Höhe noch die meteorologischen Extreme in die Bewertung mit ein, es geht nur um die rein kletterspezifische Schwierigkeit. Die äußeren Umstände an der Carstensz-Pyramide sind wesentlich angenehmer und verträglicher für den Menschen.

Der Normalweg führt von der Nordwand empor und ist sehr anspruchsvoll. Selbst extrem erfahrene Bergsteiger müssen all ihre Kräfte bündeln und eine hohe Disziplin an den Tag legen, um die landschaftlichen Kletteranforderungen zu bewältigen. Zudem benötigt eine Besteigung des Berges eine lange bürokratische Vorlaufzeit.

Risiken und Vorsorge

Während andere Berge vor allem aufgrund ihrer besonderen Wetterlage und herabstürzende Lawinen gefährlich sind, ist es bei der Carstensz-Pyramide die Route. Das Gelände ist oftmals steil und sehr schroff. Aus diesem Grund ist es wichtig, die bestmögliche Kletterausrüstung bei der Hand zu haben. Außerdem sollten die Bergsteiger physisch topfit und an derartige Beanspruchungen gewöhnt sein.

Bei einem solch heiklen Projekt darf es an professionellen Helfern nicht fehlen. Die Seven Summits stehen nicht nur für die majestätischsten Bergkuppen der Welt, die Seven Summits stehen auch für Vorsorge und Notfallhilfe.

Die Spendenorganisation German Doctors sammelt in Kooperation mit 7summits4help Spenden für den Aufbau und die Instandhaltung von Krankenzelten, Gesundheitsstationen und medizinischen Teams, die sich der den Menschen in der Region annehmen.

Datenblatt Carstensz-Pyamide

Höhe (Fuß): 16.023
Höhe (Meter): 4.884
Kontinent: Australien/ Ozeanien
Land: Indonesien
Region: Maokegebirge
Schwierigkeit: Klettern
Monate zur Besteigung: Februar bis November
Erstbesteigung: 1966
Nächster Flughafen: Nabire

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