4.897 Meter, Ellsworthgebirge, Antarktis

Der Mount Vinson - ein Fels im ewigen Eis

Gipfel Mount Vinson in der Antarktis - 7summits4help Quelle: Christian Stangl
Der höchste Berg der Antarktis ragt aus dem schneebedeckten Vinson-Massiv empor. Trotz seiner vergleichsweise jungen Expeditionsgeschichte hat er sich mittlerweile als einer der Seven Summits, der höchsten Berge der sieben Kontinente, etabliert. Aufgrund seines frostigen Klimas und der Lage auf dem kältesten Kontinent der Welt stellt er für Bergsteiger eine sehr spezielle Herausforderung dar.

Geographische Daten

Statistisch gehört der Vinson zu den niedrigsten Bergen der Seven Summits. Mit einer Höhe von 4892 Metern rangiert er auf den hinteren Plätzen. Trotzdem ist der verwitterte Berg das geologische Aushängeschild des geheimnisvollsten, weil unwirtlichsten Kontinents der Erde. Die geographische Lage im Westen der Antarktis zeichnet dafür verantwortlich, dass eine Besteigung trotz seiner durchschnittlichen Höhe eine gehörige Portion Willen und Durchhaltevermögen erfordert.

Der Berg ist Teil der sogenannten Sentinel Range, einer Bergkette mit einer Länge von 185 Kilometer und einer Breite von 50 Kilometer. Diese dominiert das Landschaftsbild der westlichen Antarktis und verfügt über fünf weitere Berge, die Höhen über 4000 Meter erreichen. Im Süden enden ihre Ausläufer in einem breiten Gletscher, der die Sentinel Range von der nächsten Bergkette, der Heritage Range, trennt.

Klima und Vegetation

Das Klima in der Sentinel Range ist, bedingt durch die Nähe zum Südpol, ganzjährig frostig. Am Vinson herrschen im meteorologischen Sommer zwischen November und Januar Temperaturen um die -30 Grad Celsius. Ein besonderes Schauspiel ergibt sich durch die Sonneneinstrahlung, die während dieser Zeit 24 Stunden am Tag ungebrochen in der Region waltet. Der Berg selbst wird häufig von Stürmen und Windböen heimgesucht. Durch die häufige Schneeschmelze sind heftige Lawinen Normalität.

Die Vegetation der Antarktis ist dementsprechend karg. Außer Gletschern, Schneewüsten und geologischen Erhebungen gibt es keine wirkliche Vegetation. Das Wachstum von Pflanzen an der Erdoberfläche ist unmöglich, die Tierwelt spärlich und überschaubar. Obwohl sich eine Reihe von Säugetieren in der Antarktis angesiedelt haben – dazu zählen unter anderem Pinguine und Robben – , schafft es keine dieser Spezies in die Höhenregionen des Kontinents. Das Bergmassiv im Nordwesten ist also vollkommen verlassen.

Die Expeditionsgeschichte

Kein Kontinent blieb menschlichen Augen solange verborgen wie die Antarktis. Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts trauten sich immer mehr Forscher und Entdecker in die kältesten Gefilde der Welt. Der Vinson, obgleich zuvor schon von Kartographen in dieser Region erahnt, wurde erst im Januar des Jahres 1958 von Militärfliegern erspäht und für die Nachwelt lokalisiert. Seine Existenz war im Vorhinein Gegenstand vieler Diskussionen gewesen. Nach der Entdeckung dauerte es nicht mehr lange, bis sich mehrere Initiativen für die Besteigung des frostigen Boliden interessierten.

Die Erstbesteigung des Mount Vinson

Es dauerte nur 8 Jahre, bis der Vinson schließlich bezwungen wurde. Nach Jahren der Vorbereitung erreichte eine Gruppe des American Alpine Clubs den Gipfel im Dezember 1966. In den folgenden Monaten führten sie die Erkundung der Sentinel Range fort und erklommen weitere der höchsten antarktischen Berge.

35 Jahre später gelang einer anderen Gruppe von Bergsteigern eine Stürmung des Gipfels von der Ostseite.

Bergsteigen am Mount Vinson

Trotz seiner geringen Höhe gilt der Vinson als einer der schwierigsten Gipfel der Seven Summits. Die Normalroute zeichnet sich durch anspruchsvolle Passagen aus, die sich aus der geographischen Lage des Vinson ergeben. Der Anstieg zur Spitze gestaltet sich zwar ohne Einbezug der klimatischen und meteorologischen Extreme einfach. Da der Vinson jedoch in einer Region liegt, die von Schneestürmen, Wetterumschwüngen und extremer Kälte geprägt ist, benötigen Bergsteiger für den Aufstieg eine hervorragende Ausrüstung, detaillierte Kenntnisse der Umgebung und vor allem viel Disziplin.

Risiken und Vorsorge

Aufgrund der klimatischen Verhältnisse ist das Bergsteigen am Vinson mühsam und gefährlich. Plötzliche Temperaturstürze führen schnell zu Unterkühlungen und sogar zu Kälteverbrennungen. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts der Koordination und Abstimmung besonders bei kleineren Gruppen hoch. Stürme schränken das Sichtfeld ein und sorgen für eine prekäre Unübersichtlichkeit. Außerdem erhöhen sie die Gefahr, verschüttet zu werden.

In Anbetracht dieser Risiken ist es empfehlenswert, sich von erfahrenen Bergsteigern mit Regionalkenntnissen anleiten zu lassen. Mittlerweile gibt es eine Reihe verschiedener Projekte, die Bergsteigern die Begehung des Gipfels ermöglichen. Trotz der professionellen Führung bleibt das Gelände jedoch unberechenbar. Notfallpakete, extra warme Thermokleidung und fortgeschrittene Bergsteigerausrüstungen sind deshalb unverzichtbar.

Hilfe mit den Seven Summits

Bei einem solch heiklen Projekt darf es an professionellen Helfern nicht fehlen. Die Seven Summits stehen nicht nur für die majestätischsten Bergkuppen der Welt, die Seven Summits stehen auch für Vorsorge und Notfallhilfe.

Die Spendenorganisation German Doctors sammelt in Kooperation mit 7summits4help Spenden für den Aufbau und die Instandhaltung von Krankenzelten, Gesundheitsstationen und medizinischen Teams, die sich der den Menschen in der Region annehmen.

Datenblatt Mount Vinson

Höhe (Fuß): 16.066
Höhe (Meter): 4.897
Kontinent: Antarktis
Land: Antarktis
Region: Ellsworthgebirge
Schwierigkeit: Höhenbergtour
Monate zur Besteigung: Dezember bis Januar
Erstbesteigung: 1966

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