Auf zum Elbrus: Holprige Rückreise


Eigentlich hat diese Geschichte nichts direkt mit 7summits4help zu tun, auf der anderen Seite ist sie ganz unterhaltsam und gehört doch zur Elbrus-Reise dazu. 

Rechtschreibfehler bitte ich zu verzeihen. Den Blog schreibe ich aktuell mit einem Smartphone.

Unsere Rückreise von Mineralnyje Wody nach Bremen beginnt ganz normal um 13.00 Uhr mit dem Abflug aus dem Kaukasus. In Moskau angekommen, gehen Toby und ich zum KLM-Check-in. Toby legt seinen Reisepass auf den Tresen und bekommt seinen Boarding-Pass. Ich folge, dann kommt die Antwort: „Our flight is full.“ – „Bitte, was?“

Über Nacht in Moskau

So muss ich in Moskau bleiben, Toby hebt ab Richtung Heimat. Ich darf zunächst vier Stunden an einem russischen KLM-Schalter warten, bevor es zu einer Lösung für mich kommt. Bin ich doch in einem der Systeme eingecheckt, im anderen nicht. An diesem Tag soll ich nicht mehr fliegen. Der nächste Flug nach Bremen startet um 7:50 Uhr am Folgetag. Ich bitte um mein Gepäck. Der nächste Kracher: „Sir, unfortunately is your luggage in Mineralnyje Wody.“ Also nix mit Hygiene.

Gar kein Problem, wenn man ein adäquates Hotel bekommt. Das Park Inn nahe am Flughafen sollte es sein. „Klingt ja gut“, dachte ich. Ich gehe raus, sehe das Radisson leuchten. „Das muss es sein.“ Ich gehe also zur Rezeption zeige ein in kyrillisch verfasstes Papier vor und die Dame sagt: „Das Park Inn ist noch 200 m weiter.“ Zweihundert Meter weiter sehe ich eine üble Bruchbude, drehe um und beschwere mich am KLM-Service-Schalter. Ein Wechsel ist nicht möglich. Die Bruchbude ist das KLM-Vertragshotel. Ich soll mir Hygieneartikel am Flughafen kaufen. KLM würde bezahlen. Bisher glaube ich das noch. Das Hotelzimmer ist okay, riecht nur etwas modrig. Und es gibt natürlich keine Zahnbürste. Gut, dass ich eine gekauft habe.

Der Zoll grätscht dazwischen

Nach einer unruhigen Nacht geht es morgens um 5:00 Uhr zum Check-in. Alles klappt scheinbar. An der Passkontrolle in Terminal D schaut mich die Zöllnerin schweigend an und blättert durch meinen Ausweis. Es dauert immer länger. Es kommen zwei weitere Zöllner, reden in Russisch auf mich ein und deuten mir an mitzukommen. Sie haben mir meinen Pass und meine Board-Karte abgenommen.

Ich sitze inmitten von drei Zöllnern auf einem Stuhl in einem kargen Raum. Worum es geht, ist mir unklar. Irgendwann kommt eine englisch-sprechende Kollegin hinzu. Sie fragt mich, warum ich gestern nicht ausgeflogen bin und warum ich die Visa-Regularien missachtet hätte. Ich schaue verblüfft. Das Visum. Natürlich. Gestern ausgelaufen. Schöne Scheisse. Ich erkläre, dass KLM mich nicht mitnehmen konnte, da der Flug voll war. Sie glauben mir. Ich erhalte einen Strafzettel über 2.000 Rubel, den ich in Deutschland bezahlen muss.

„You don’t fly home today“, sagt sie noch.

Irrungen an Scheremetjewo

Jetzt werde ich weitergeführt. Ich soll zu Terminal F gehen. Dort bekäme ich ein neues Visum. Nach 15 Minuten in Terminal F angekommen, verweist mich der Infoschalter nach Terminal E. Ich wieder zurück. Stehe wieder vor meinem KLM-Schalter. Sie wissen von nichts. Ich zum Infoschalter. Der verweist mich Richtung F. Das kann doch nicht sein. Verzweiflung und Wut wachsen in mir. Es ist ein komisches Gefühl, sich irgendwie hilflos zu fühlen.

Evelyn aus Hongkong und ich: Irrungen an Scheremetjewo - 7summits4help

Aber ich bleibe beim KLM-Schalter stehen und frage hartnäckig nach. Irgendwann kommt eine höhere Beamtin. Sie verweist auf ein Telefon an der Wand gegenüber. Ich solle beim Konsulat anrufen. Es ist 7:30 Uhr, gemäß Anschlag öffnet das Amt um 8:30 Uhr. Ich rufe an. Keine Reaktion. Dann steht ein freundliche Asiatin neben mir, wir kommen ins Gespräch. Evelyn kommt aus Hongkong und hat das gleiche Problem. Kein Visum mehr. Jetzt sind wir schon zwei und unsere Zuversicht, Russland zu verlassen, wächst.

9:00 Uhr, wieder rufe ich an. Jetzt kommt jemand vom Konsulat und erklärt die einfache Lösung: Wir sollen 1.500 Rubel bei einer Bank für das Visum einzahlen, eine schriftliche Beschreibung der Situation erstellen, den Flug umbuchen und dann wiederkommen. Gesagt getan, alle Stationen abgelaufen. Wir geben die gesammelten Dokumente ab. Um 11 Uhr halten wir unsere neuen Visa in der Hand. Freudig verabschieden Evelyn und ich uns voneinander.

Wir wollen das bei Gelegenheit in Hongkong feiern.


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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler, Inhaber von Scheidtweiler PR, als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.
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