Aconcagua 360°, Tag 9: Schneesturm


Das Wetter hat sich über Nacht erneut verschlechtert. Auf dem Weg zum Camp 1 auf ca. 5.000m kämpft sich unsere Gruppe durch heftige Schneeböen.

Den Artikel habe ich direkt am Ende des Tages auf dem Smartphone geschrieben. Er zeigt ungefiltert persönliche Emotionen und Wahrnehmung bei der Besteigung. Etwaige Rechtschreibfehler bitte ich zu verzeihen.

Heute wird deutlich, dass der Aconcagua eine Herausforderung für Körper und Geist ist. Die rund 800 Höhenmeter waren am 24. Dezember bei gutem Wetter kein Problem, aber am heutigen 2. Weihnachtstag sinkt die Stimmung rapide. Mir persönlich verhagelt insbesondere unser geringes Tempo die Laune.

Gegen 9:00 Uhr verlassen wir Plaza Argentina. Nach gut 5 Stunden kommen wir im Camp 1 an.

Übles Wetter vom Plaza Argentina zum Camp 1

Jetzt heißt es, schnell die Zelte trotz heftigen Windböen aufzubauen. Da ist die Teamarbeit gefragt. Mich verwundert, dass unsere zwei Frauen sich schon im Zelt der Bergführer aufwärmen dürfen.

Also bleibt die Arbeit an den sechs Männern hängen. Ich frage mich, ob sich die erfolgreiche Bergsteigerin Josephine Kaltenbrunner ihr Zelt auch von Männern aufstellen lässt? Auch die Ärztinnen der German Doctors verzichten auf viel Komfort. Allerdings konnten sich unsere beiden Frauen kaum wehren. Den Anweisungen der Bergführer ist einfach zu folgen.

Egal, der Sturm lässt keine weiteren Gedanken dazu zu. Wir kämpfen uns zu sechst von Zelt zu Zelt. Am Ende stehen die vier Zelte mit schweren Steinen am Boden verankert. Jetzt tauchen auch unsere weiblichen Teammitglieder auf.

Video: Schneesturm beim Zeltaufbau

Schnell räumen wir alles ein. Unser Equipment, das wir zwei Tage zuvor hochgebracht haben, liegt unter einer Schneeschicht begraben. Luc und ich teilen uns ein Zelt. Nach der Anstrengung gönnen wir uns einen Nap im Schlafsack. Die Füße sind trotz Doppelisolierung der Stiefel gefroren. Wir fragen uns, warum wir uns den Scheiß antun.

Nach dem Nap geht es uns besser. Die Wärme kommt wieder zurück. Unser Bergführer Julver ruft uns zum Essen. Es gibt ein köstliches Meal-ready-to-eat.

Das letzte Mal war ich damit während meines Einzelkämpfer-Lehrganges so glücklich. Luc und ich mampfen im Zelt still unsere Nudeln.

Video: Essen im Camp 1

Mein Zahn ohne Füllung fühlt sich etwas merkwürdig an. Ich hoffe nicht, dass sich eine Entzündung entwickelt. Prophylaktisch werfe ich eine Aspirin ein.

Kurz vor der Dunkelheit kommt Julver mit einer großartigen Nachricht: Morgen haben wir bestes Wetter für den Marsch zu Camp 2 auf 5.500m. 9:00 Uhr soll es losgehen.

Luc und ich blödeln noch etwas über den Pool, der uns im 5-Sterne-Hotel erwartet. Er will genau wie ich möglichst schnell auf den Gipfel.

Wir schlafen erschöpft ein.

Video, Tag 9: Auf dem Weg zu Camp 1

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.
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