Aconcagua 360°, Tag 5: Überraschung Basislager Plaza Argentina


Kopfschmerzen, Müdigkeit, Erbrechen. Das ist das, was uns im Basislager Plaza Argentina auf circa 4.200m erwartet. Hier verbringen wir die nächsten vier Nächte.

Den Artikel habe ich direkt am Ende des Tages auf dem Smartphone geschrieben. Er zeigt ungefiltert persönliche Emotionen und Wahrnehmung bei der Besteigung. Etwaige Rechtschreibfehler bitte ich zu verzeihen.

Das Basis-Lager Plaza Argentina von oben
Blick auf Plaza Argentina

Die Nacht war unruhig im Camp Casa de Piedra. Nach der Nacht unter freiem Himmel habe ich es diesmal vorgezogen im Zelt neben meinem kanadischen Teamkameraden Luc zu nächtigen. Daran muss man sich erst wieder gewöhnen.

Auch die rund 5 Liter Flüssigkeit, die ich über den Tag getrunken habe, bahnen sich ihren Weg. Das heisst dreimal raus dem Schlafsack, Flipflops ertasten, ein Fleece überwerfen und den diesmal weiten Weg mit Stirnlampe über Geröll zum Plumpsklo wanken. Das ist zwar aufwändiger als wie andere es direkt neben dem Zelt zu erledigen, gehört für mich aber zur Camp-Hygiene.

Der Wecker klingelt am 22. Dezember 2016 früh. Um 5:00 Uhr folgt der übliche Ablauf: Ausrüstung verpacken, Zelt abbauen, alles zum Transportplatz der Maultiere verfrachten und frühstücken.

Mit Maultieren übersetzen

Heute wartet ein kleines Highlight auf uns: Der Ritt mit den Maultieren über den Bergfluß. Gegen ein Trinkgeld von 15 US-$ setzen uns die Gauchos über. Ein Spass, der uns schon im 7:00 Uhr lachen lässt. Jeweils zu dritt erreichen wir das andere Ufer. Für mich ist der Ritt wackelige Angelegenheit, habe ich das letzte Mal vor über 20 Jahren auf einem Pferd gesessen.

Ab 7:15 Uhr folgen wir einem langgezogenen Tal. Der Weg ist etwas steiler und gut ausgebaut. Langsam bewegen wir uns vorwärts. Unser Bergführer Julver will sicher gehen, dass wir uns kraftschonend akklimatisieren.

Das Tal weitet sich und gibt den Blick auf den imposanten Aconcagua frei. Wir blicken auf seine Ostflanke. Das bedeutet, wir müssen einmal um ihn herum, da unser Aufstieg im Westen beginnt. Daher der Begriff 360°-Route.

Wir erreichen um 12:30 Uhr das Basislager Plaza Argentina. Diese Zeit ist hervorragend. Üblicherweise rechnen die Bergführer mit 7 Stunden vom Lager Casa de Piedra.

Überraschung Plaza Argentina

Jetzt wartet die Überraschung auf uns: Wir müssen keine Zelte aufbauen. Im Stil einer Jugendherberge haben wir vier Doppelbetten in einem grossen Zelt. Für mich fast zu viel Komfort. Als ich das ausspreche, lachen mich die anderen aus. Ein eigenes Zelt will ich dann doch nicht aufbauen. Wir richten uns in unserer Jugendherberge Plaza Argentina ein.

Nebenan ist direkt unser Essenszelt. Um 13:30 Uhr erhalten wir ein fulminantes Mittagessen unseres Tour-Operators Inka: Riesige Calzonen, gefüllt mit Käse und Schinken. Wieder eine Überraschung.

Daneben bietet das Basislager gegen Bezahlung heisse Duschen, Internet und den Andenken. Zuviel Zivilisation!

Erste Auswirkungen der Höhe

Urplötzlich macht dich bei allen die Höhenluft auf 4.200m bemerkbar. Wir werden stiller, jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Kopfschmerzen und Müdigkeit kommen auf. Ich lege mich hin und falle direkt in einen tiefen, traumlosen Schlaf. Nach zwei Stunden wache ich auf. Ein Glück, die Kopfschmerzen sind weg.

Luc trifft es härter. Der Kanadier springt auf, versucht die Zelttür zu öffnen und schafft es nicht. Er erbricht mitten im Zelt. Ein erstes Zeichen von Höhenkrankheit. Wir versorgen den Kreidebleichen mit gezuckertem Tee und reinigen den Boden. Das gehört auch dazu. Jetzt bin ich erst recht froh, dass wir kein Zweier-Zelt teilen mussten. Hätte auch ins Auge oder meinen Schlafsack gehen können.

Nach einem erneut leckeren Abendessen verkriechen wir uns früh in unsere Schlafsäcke. Schlafen geht in dieser Höhe immer.

Zum Glück sind im Camp Plaza Argentina die Toilettenhäuser nicht so weit weg. Das Aufstehen aus dem Doppelbett fällt zudem leichter. Diese Nacht wird gut.

Das Video auf dem Weg zum Plaza Argentina:

< Zu Tag 4 auf dem Weg zum Aconcagua
> Zu Tag 6 auf dem Weg zum Aconcagua

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.
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