Aconcagua 360°, Tag 13: Umrundet im Plaza de Mulas


Endlich wieder auf 4.200m! Das denken wir, als wir das Basislager Plaza der Mulas auf der anderen Seite des Aconcagua erreichen. Die 6.000m im Camp 3 Cólera machen sich körperlich und geistig bemerkbar.

Den Artikel habe ich direkt am Ende des Tages auf dem Smartphone geschrieben. Er zeigt ungefiltert persönliche Emotionen und Wahrnehmung bei der Besteigung. Etwaige Rechtschreibfehler bitte ich zu verzeihen.

Die Idee, sich nach dem Gipfeltag auszuruhen ist gut, aber schwer umsetzbar. Nachdem ich gestern trotz einer reichhaltigen Nudelsuppe vor Hunger schlecht einschlafen konnte, bin ich regelmäßig aufgewacht.

Endlich gibt es um 9:30 Uhr Frühstück. Ich nehme einen großen Schlag der aufgewärmten Nudelsuppe. Mein Körper verlangt nach Salz.

Langsamer Abbau in Camp 3

Bei zunehmendem Wind bauen wir unter viel Aufwand unsere Zelte ab. Das Rucksack-Packen für den Abstieg zum Plaza de Mulas dauert bei allen eine Ewigkeit. Ich fühle mich müde und schwach. Die fehlende Akklimatisierung macht sich jetzt bemerkbar. Andere Teamkameraden werden teilweise apathisch.

Abbau der Zelte im Camp Cólera
Abbau der Zelte im Camp Cólera

Um 11:30 Uhr geht der Marsch los. Wir steigen steile 1.800m über die Normal-Route ab.

Absteigen ist genauso anstrengend wie der Gipfelsturm. Die Knie tun weh. Zudem trage ich wieder mein volles Gepäck. Das haut rein. Nicht jeder kann das Tempo von Julver gehen. Ich bleibe knapp mit Luc und Massimo hinter ihm. Wir machen regelmäßig Pausen, um die anderen aufholen zu lassen. Offenbar sind alle geschwächt.

Abbau der Zelte im Camp CóleraNicolas beladen vom Aconcagua Richtung Plaza de MulasPanorama beim Abstieg vom Aconcagua Richtung Plaza de MulasDas wunderschöne Cuerno de Cabra (Ziegenhorn)Der letzte Gletscher kurz vorm Plaza de MulasDas glückliche Team nach dem Abstieg im Plaza de MulasPlaza de Mulas

Jetzt brennt auch noch die Sonne über dem Gletscher auf uns. Die Haut brennt nach den letzten Tagen sowieso, die Lippen sind blutig und rissig.

Riesiger Plaza de Mulas

Bald sehen wir Plaza de Mulas. Hübsch die kleinen Zelte. Über einen Bergbach erreichen wir das Basislager. So klein ist es gar nicht. Verglichen mit „unserem“ Basislager Plaza Argentina ist es riesig. Eine bedeutend bessere Infrastruktur zeigt sich augenscheinlich.

Von hier aus startet die Normalroute zum Aconcagua. Der Weg ist kürzer, etwas einfacher und bietet weniger Eindrücke wie die Aconcagua 360°-Route mit Polen-Traverse. Für uns ist das nach den harten Tagen in Camp 1, 2 und 3 ein Reha-Zentrum. Durch den Abstieg zu Plaza de Mulas haben wir den höchsten Berg Südamerikas umrundet.

Dusche im Plaza de Mulas

Kaum angekommen gibt es eine riesige Snackplatte von unserem Tour-Operator. Julver schmeißt eine Runde Bier und Cola. Mir reicht letztere. Der Geschmack der prickelnden Brause ist herrlich.

Das glückliche Team nach dem Abstieg im Plaza de Mulas
Das glückliche Team nach dem Abstieg im Plaza de Mulas

Und dann das Beste: Eine heiße Dusche kostenlos! Ich habe Glück und finde in meinem zweiten Gepäckstück eine frische Hose, Unterhose und ein T-Shirt. So lohnt sich das Duschen. Ich lasse mich von den 20 Litern Wasser langsam berieseln. Der Geruch des Duschgels! Der Schmutz der im Abfluss versickert! Zehn Tage haben wir nicht geduscht. Was ein Gefühl.

Jetzt sitzen wir in unserer komfortablen Zehn-Mann-Hütte und blödeln rum. Alberne Gespräche rund um unsere gemeinsame Zeit. Und wir packen erneut. Morgen brauchen wir nur noch den Tagesrucksack. Sieben Stunden Richtung Penitentes sollten kein Problem mehr sein. Der Rest der Ausrüstung geht mit Maultieren dorthin.

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.
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