Aconcagua 360°, Tag 10: Akklimatisierung


Heute ist die Entscheidung gefallen: Wir wagen den Gipfelsturm am 29. Dezember 2016. Allerdings verzichten wir dann auf einen Tag zur Akklimatisierung.

Den Artikel habe ich direkt am Ende des Tages auf dem Smartphone geschrieben. Er zeigt ungefiltert persönliche Emotionen und Wahrnehmung bei der Besteigung. Etwaige Rechtschreibfehler bitte ich zu verzeihen.

Akklimatisierung in Camp 2 auf 5.500m
Das Camp 2 auf 5.500m

In zwei Tagen wollen wir also auf dem Gipfel stehen. Der Aconcagua ist schon greifbar nah. Heute erreichen wir nach gut vier Stunden das Camp 2 auf 5.500m. Unsere Gruppe ist schon jetzt erschöpft. Wir plagen uns mit Kopfschmerzen und Übelkeit. Nebenwirkungen der Höhe. Dazu ist der Puls erhöht und das Atmen fällt schwer.

Die strukturierte Akklimatisierung bereitet den Körper auf die große Höhe vor. Ganz grob: Es bilden sich mehr rote Blutkörperchen, um den geringer werdenden Sauerstoff aufzunehmen. Das ist nicht ganz präzise, da es konkret um den abnehmenden Luftdruck und bei beim Sauerstoff um den Partialdruck geht.

Langsame Akklimatisierung

Das übliche Muster zur Akklimatisierung am Aconcagua ist 500 Höhenmeter Aufstieg, kurz verweilen und Abstieg in das Lager. So haben wir es am 24. Dezember gemacht. Dadurch erhält der Körper den Impuls zur Bildung roter Blutkörperchen.

Allerdings kann der Körper nur bis knapp 7.000 m Höhe diese Anpassung vornehmen. Danach baut er alle weiteren Körperfunktionen ab. Gut, dass der Aconcagua „nur“ 6.962 m hat.

Wichtig ist es, sich in Ruhe mit gemäßigter Anstrengung zu akklimatisieren. Daher mache ich heute einen Fehler: Ich trage meine vollen Rucksack, da wir nicht wieder in das Camp 1 zurückkehren. Meine Ausrüstung plus Anteile der Gemeinschaftsverpflegung wiegt über 20kg. Jeder Schritt in der Höhe ist eine Herausforderung. Ich bin heute stiller als sonst. Unser Bergführer Julver fragt scherzhaft: „Wo ist eigentlich Nicolas?“.

Ich fühle mich sehr erschöpft.

Wir hätten am Aconcagua einen Ruhetag in Camp 2 gehabt. Das wäre sinnvoll, wenn ich mich so umsehe. Aber das Wetter wird nach dem 29. sehr schlecht. Daher steigen wir morgen weiter zum Camp 3 „Cólera“ auf 5.970m auf. Ich bin gespannt, wie es uns dort geht.

Hygiene im Camp 2Nicolas mit über 20kg unterwegsDas Camp 2 auf 5.500mBlick vom Camp 2 ins TalAuf dem Weg zu Camp 2

Jetzt heißt es jedenfalls ausruhen und versuchen zu schlafen. Dann kann das was werden.

Das Video zu Tag 10 zum Aconcagua:

< Zu Tag 9 auf dem Weg zum Aconcagua
> Zu Tag 11 auf dem Weg zum Aconcagua

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Die Idee eine größere Spendenaktion anzugehen, kam Nicolas Scheidtweiler als er in der Vergangenheit Entwicklungs- und Schwellenländer besuchte und insbesondere als Offizier in Afghanistan - einem der ärmsten Länder der Welt - eingesetzt war. Die Besteigung des Kilimanjaro und das Interesse daran aus dem Freundeskreis prägten Nicolas Scheidtweiler so sehr, dass er eine Chance in der Kombination dieser Erfahrungen sah.
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